Bodenschutzpetition für Wien

Bodenschutzpetition für Wien

https://www.openpetition.eu/at/petition/online/bodenschutz-fuer-wien

1. Wir fordern die Stadt Wien auf, den Agrar- und Grünflächen von Rothneusiedl und dem Donaufeld die Schutzkategorie „Wald- und Wiesengürtel“ zu verleihen.

2. Wir fordern die Stadt Wien auf, dem europäischen Bodenbündnis als Mitglied beizutreten.

3. Wir fordern die Stadt Wien auf, landwirtschaftliche Flächen im Besitz der Stadt bevorzugt (und zur in der Landwirtschaft üblichen Pacht) an solidarisch oder zur Selbstversorgung oder nach dem CSA Modell Bio-Landwirtschaft/-Gartenwirtschaft betreibende Personen/Gruppen zu vergeben.

Begründung

Der Hintergrund

Das plötzliche Ende der Selbsterntefelder des Haschahofs in Rotneusiedl und Gerüchte über die Verbauung dieses Landwirtschaftsgebietes haben uns aufgeschreckt. Bis Herbst 2014 konnten sich dort auf über 800 Parzellen rund 3.000 Mitgärtner_innen biologisch nahversorgen. Auch bei anderen Stadterweiterungsprojekten (z. B. im Donaufeld) und Verkehrsprojekten (z. B. der vierspurigen „Stadtstraße Aspern“ und der „Lobau-Autobahn“) sollen fruchtbare Böden zerstört werden. Dabei gehört der Bodenschutz zu den dringendsten Aufgaben, die wir den nächsten Generationen schulden:
– In Österreich werden täglich 22 Hektar landwirtschaftliche Fläche verbaut oder umgewidmet. Geht es so weiter, haben wir in 200 Jahren keine Agrarfläche mehr.
– Ein Millimeter Boden entwickelt sich im natürlichen Milieu durchschnittlich in 150 Jahren.
– Eine Handvoll fruchtbare Erde enthält mehr Lebewesen als es Menschen auf der Welt gibt.
– Bodenschutz ist auch Klimaschutz – Die Böden speichern weltweit doppelt so viel CO2 wie die globale Vegetation und die Atmosphäre zusammen.
– 1 m² guter Boden kann 200-250 Liter Wasser aufnehmen und speichern.

Dass in Wien heute die Flächenwidmung „Wald- und Wiesengürtel“ existiert (die vor Verbauung schützt, aber Land- und Gartenwirtschaft zulässt) verdanken wir etlichen Menschen, die in der Vergangenheit Verantwortung eingefordert bzw. übernommen haben:
Der Idee eines „Grünen Rings“ durch die Stadtplanerin Adelheid Poninska (1872), der Weiterführung derselben durch den Architekten Eugen Fassbender, der einen „Volksring für Wien“ (1897) forderte, dem Beschluss des Gemeinderats für einen „Wiener Grüngürtel“ im Jahr 1905.
Der Beschluss für den Wald- und Wiesengürtel fiel vor 110 Jahren, also zu einem Zeitpunkt, als man damit rechnete, dass Wien zu einer 4-Millionen-Metropole heranwächst. Wien hat heute 1,8 Millionen Einwohner_innen und laut Prognosen könnten es 2030 zwei Millionen sein.
Die Stadtregierung behandelt diese „Wien wächst“-Entwicklung wie einen Sachzwang für eine Verbauung, in dem Bodenschutz keine Rolle mehr spielt. Wir sehen das grundsätzlich anders:
Sollten in Zukunft mehr Menschen in Wien wohnen, brauchen wir auch mehr Grünräume zur Erholung und alle noch vorhandenen fruchtbaren Böden für ein nah- und selbstversorgendes Landwirtschaften und Gärtnern. Für die „Wohnraumgewinnung“ gibt es zahlreiche noch nicht ausgeschöpfte Alternativen, von der Nutzung des Leerstands bis zur Verwendung der Flächen des ohnedies nicht zukunftsfähigen Automobilismus.

Wir fordern also die politischen Vertreter_innen der Stadt Wien im UN-Jahr des Bodenschutzes auf, Verantwortung für unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder zu übernehmen und das ins Stocken geratene Projekt des Wiener Wald- und Wiesengürtels im Sinne des Bodenschutzes fortzusetzen.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Wien, Österreich, 06.09.2015 (aktiv bis 05.12.2015)

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Posted on September 30, 2015, in Uncategorized. Bookmark the permalink. Leave a comment.

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